IDEENSTARK
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Ein Tag ohne Kultur- und Kreativwirtschaft

 

Um die Auszeichnung IDEENSTARK können sich Selbstständige, freiberuflich Tätige, Unternehmen und Gründer aus allen Bereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft bewerben. Doch was ist das eigentlich: Kultur- und Kreativwirtschaft? Wer gehört dazu? Und wie verliefe überhaupt ein Tag, an dem es die Branche nicht gäbe?

Kurz erklärt:

Elf Teilmärkte gehören zur Kultur- und Kreativwirtschaft: die Musikwirtschaft, der Buchmarkt, der Kunstmarkt, die Filmwirtschaft, die Rundfunkwirtschaft, die Darstellenden Künste, die Designwirtschaft, der Architekturmarkt, der Pressemarkt, der Werbemarkt sowie die Software/Games-Industrie. Charakteristisch für die Branche ist die hohe Anzahl an Klein- und Kleinstunternehmen und eine stetig wachsende Zahl freiberuflicher und selbstständiger Akteure. Insgesamt arbeiten hier mehr als eine Millionen Menschen, verteilt auf über 250.000 Unternehmen.

Nach diesen Fakten machen wir einmal eine Annäherung an die Branche mit einem Gedankenspiel:

Stellen wir uns für einen Moment vor, es gäbe diese ganze Branche nicht. Welche Folgen hätte dies für unser Leben? Ein normaler Tag. Wir wachen morgens auf, kochen Kaffee, machen Frühstück, alles wie gehabt. Nur die Tageszeitung, die sonst zuverlässig im Briefkasten wartet, fehlt. Kein Wirtschaftsteil, keine Sportberichte, keine Presse. Auf dem Weg zur Arbeit erscheint uns die Autofahrt durch den Berufsverkehr ungewohnt langweilig. Wir haben zwar ein Radio, aber es gibt nichts zu hören. Den privaten Rundfunk gibt es nicht mehr. Und selbst mit den Öffentlichen wäre das Programm ziemlich eintönig, da auch die Musikwirtschaft verschwunden ist. Keine Bands, keine Labels, kein Sommerhit.

Im Büro berichtet der Abteilungsleiter von einem fantastischen neuen Produkt, das die Kollegen im Labor entwickelt haben, und das nun den Markt revolutionieren soll. Doch wir wissen: Niemand wird es kaufen. Niemand wird überhaupt davon erfahren. Die Werbebranche hat sich ebenfalls verabschiedet. Keine Kampagne, keine Produktfotos, keine halbnackten Models an Häuserfassaden. Überhaupt ist das neue Produkt vielleicht wahnsinnig funktional, aber es sieht nach nichts aus. Die gesamte Designbranche hat es natürlich auch getroffen. Selbst unsere Kleidung, müssen wir feststellen, ist nur noch Flickwerk. Unser Arbeitstag geht so ziemlich nüchtern zu Ende, auch der Feierabend verspricht wenig Aussicht auf Besserung. Die Kinos, die Konzerte, das Fernsehprogramm, sie sind auf die staatlich subventionierten Angebote zusammengeschrumpft. Nie wieder „Wer wird Millionär?“. Auch keine Brettspiele mehr. Die Playstation und der Controller sind nutzlos geworden. Youtube ist nutzlos geworden. Es gibt keinen Input. Facebook ist abgestellt. Es ist sowieso niemand mehr da, der Software entwickelt. Und einfach Zuhause auf dem Sofa liegen und ein Buch lesen? Ohne Autoren, Verleger, Buchhändler? Allerdings: Das alles wird jetzt unsere geringste Sorge sein, weil wir feststellen müssen, dass uns nicht mal mehr ein richtiges Haus umgibt. Auch die Architekten sind verschwunden … Das alles ist Kultur- und Kreativwirtschaft.

Natürlich wäre es vermessen, zu behaupten, die Kultur- und Kreativwirtschaft sei die einzige existenzielle Branche. Unser aller Leben wäre ohne Strom oder ohne Lebensmittel wohl noch viel trostloser. Aber hier zählt die Erkenntnis, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihrem Verschwinden in allen Lebensbereichen Leerstellen hinterlassen würde. Sie ist keine Randerscheinung.

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